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"Musste das Autofahren neu lernen"
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Von
Felix Matthey
5-.-0.2005
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Der Umstieg von der Formel 1 auf die Tourenwagen-Rennserie DTM schien für Mika Häkkinen kein Problem gewesen zu sein. Selbst nach rund dreieinhalb Jahren Pause ist der Finne im "Auto mit Dach" genauso schnell wie im Formel-1-Boliden: In Belgien vor einer Woche feierte Mika im dritten Rennen bekanntlich seine erste Pole und dann sogar noch den Premieren-Sieg.
Dabei könnten seine Arbeitsgeräte von heute und damals verschiedener kaum sein. "Beide sind wahnsinnig gute Rennautos, aber komplett verschieden", erklärte Mika Häkkinen in einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Bild am Sonntag". "Die DTM ist für mich ein völlig anderer Fahrerjob. Ich musste fast komplett das Autofahren neu lernen."
Für den Vergleich holte die Bild-Zeitung sogar einen MP4-14 aus Mikas Weltmeister-Saison von 1999 aus dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart-Untertürkheim: "Hier reinzuklettern, ist für mich ein wunderbarer Moment. Es ist ein großartiges Auto mit großen Erinnerungen." Ein Unterschied fiel Häkkinen dabei umgehend auf: "Du musst im DTM-Auto so weit hinten sitzen, fast auf der Hinterachse. Dadurch kannst du den vorderen Teil des Autos kaum spüren."
Mika über die Unterschiede zwischen Formel-1- und DTM-Auto:
>> Formel 1 Cockpit
"Enger geht’s nicht! Es ist viel kleiner. Da muss ich mich richtig reinzwängen. Du liegst hier fast auf der Erde, befindest dich in der Mitte des Autos. Hier hast du auch das weiteste Blickfeld aller Rennwagen. Du siehst hier alles, sogar deine Reifen. Das gibt eine bessere Kontrolle. Du kennst immer ihren Zustand."
>> DTM Cockpit
"Durch Dach und Streben ist das Blickfeld enger. Du siehst die Reifen nicht. Es gibt durch den Kotflügel auch mehr Kontakt zu anderen. Ich lerne jedes Wochenende, wie aggressiv andere fahren. So läuft das Spiel. Die Fahrzelle macht mein Leben sicherer. Total neu ist für mich: Ich sitze jetzt hinten links, nicht mittig."
>> Formel 1 Lenkrad
"Im Formel-1-Auto schaltest du die Gänge per Schalt-Paddles – sie liegen direkt hinten am Lenkrad. Rechts rauf, links runter. Du kannst im gesamten Rennen bequem beide Hände am Lenkrad halten, es geht alles schneller. Weil auf diesen Clip-Bügeln die Finger ohnehin draufliegen."
>> DTM Lenkrad
"Das Schalten ist radikal anders. Ich muss mit rechts per Hand die Gänge einlegen. In der Kurve kann es sein, daß du nur eine Hand am Steuer hast. Zudem sind die Knöpfe ganz anders angeordnet. Von links nach rechts liegen hier Team-Funk, Speed-Limiter für die Boxengasse, Fernlicht, Bremsen-Kühlung, Trinkflasche und Start-Bremse."
>> Formel 1 Reifen
"Sie liegen frei, dadurch besteht die Gefahr, daß sie bei einer Kollision zu Raketen werden. Damals hatten wir noch Bridgestone-Reifen. Anders als in der Formel 1 fahren in der DTM alle einen Einheitsreifen von Dunlop."
>> DTM Reifen
"In der C-Klasse mußt du vorsichtiger und früher bremsen. Beim Grip gibt’s einen riesigen Unterschied. Du hast mit 1050 Kilo fast doppelt soviel Gewicht, aber weniger Anpress-Druck. Das Auto wird nicht so auf die Straße gepreßt wie der McLaren durch die vielen Flügel. Bei der DTM driftest du mehr durch die Kurven. Die schwerste Umstellung für mich."
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