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2000
- Viel Pech kostet Mika den
Titel-Hattrick
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Die
Saison 2000 wurde bei McLaren und Mika
zwar von vielen technisch bedingten
Ausfällen überschattet, doch -
wie schon 1999 - holte Mika auch tolle
Siege, die einem wohl immer im
Gedächtnis bleiben werden: Wie zum
Beispiel das Überholmanöver
gegen Michael Schumacher beim Belgien
Grand Prix im legendären
Spa-Francorchamps. Mika startete bei
strömendem Regen von der
Pole-Position aus Sicherheitsgründen
hinter dem Safety-Car in den
Rennklassiker, führte lange Zeit vor
Piloten wie Jarno Trulli, doch drehte sich
während des Rennens bei abtrocknender
Strecke und musste die Führung an
seinen WM-Kontrahenten Michael Schumacher
abgeben, der sich während des Grands
Prix von seiner schlechten Startposition
immer weiter nach vorne arbeiten
konnte.
Ein Sieg des Deutschen schien nun schon
sicher, doch man durfte Mika - wie immer -
nicht unterschätzen. Der Finne machte
immer mehr Zeit auf den Deutschen gut,
saugte sich nach der berühmt
berüchtigten "Eau Rouge"-Kurve an den
Ferrari des Kerpeners heran, der wiederum
hinter dem zu Überrundenden BAR-Honda
von Ricardo Zonta fest hing. Mika sah
seine Möglichkeit, überholte bei
über 320 km/h rechts Zonta -
Schumacher ging links vorbei - und
schaffte es vor Schumi in die darauf
folgende Kurve einzubiegen. Ein
Überholmanöver das in die
Rennsportgeschichte einging und Mikas
Hoffnungen auf den dritten WM-Titel
aufrecht hielt!
"Ich wusste, dass ich etwas ganz
Außergewöhnliches probieren
musste, um Michael im Kampf um den Sieg
überholen zu können", so Mika
nach dem Rennen. "Doch es ging nicht nur
um diesen Grand Prix, sondern auch um die
Weltmeisterschaft - es stand also eine
Menge auf dem Spiel. Ich kam aus der La
Source und hetzte Michael in die Eau
Rouge. Ich blieb voll auf dem Gas - im
Rennen mit Benzin an Bord ziemlich
riskant. Das Auto schien mehr durch die
Kurve zu fliegen als zu fahren, ich war
wirklich voll am Limit. Dann, durch die
Raidillon, war ich direkt hinter ihm, in
seinem Windschatten, und als wir auf Les
Combes zukamen, sah ich in der Mitte der
Strecke einen Nachzügler (Ricardo
Zonta)."
"Da sagte ich zu mir: 'Mika, jetzt schnapp
ihn dir.' Ich erkannte zwar, dass es ein
BAR war, wusste aber nicht, welcher.
Michael zog nach links, also entschied ich
mich für die rechte Seite. Dort war
die Strecke noch etwas feucht und wir
waren ungefähr so um die 320 km/h
schnell. Mein Herz schlug ebenfalls fast
am Limit, das kannst du mir glauben. Ich
dachte: 'Oh Gott, was wird jetzt
passieren?' Ich bremste spät, extrem
spät - das Auto war absolut am Limit,
schon fast darüber hinaus - und bog
in Les Combes ein. In Führung!
Michael war direkt hinter mir und ich
sagte zu mir: 'Komm runter, Mika, beruhige
dich, lass deinen Körper entspannen.'
Immer und immer wieder sagte ich zu mir:
'Relax, relax, relax, relax, relax, relax,
relax.' Und tatsächlich, ich schaffte
es wirklich, mich zu beruhigen und nicht
übers Limit zu gehen. Als ich dann
feststellte, dass ich ihn weit genug
abgehängt hatte, fühlte ich eine
große Erleichterung und konnte mich
wieder aufs Rennen konzentrieren. Es war
nochmal gut gegangen."
Doch
das Glück war, wie gesagt, nicht
immer auf der Seite des Finnen aus Vantaa:
Wie schon im Vorjahr, fiel Mika auch 2000
beim Saisonauftakt, ähnlich wie
Teamkollege David Coulthard, mit
technischen Problemen aus, darauf folgten
Ausfälle in Brasilien, Monaco und den
USA, wobei der Ausfall im
US-amerikanischen Indianapolis (Foto) beim
drittletzten Rennen wohl der dramatischste
war. Denn in der Fahrerweltmeisterschaft
reiste Schumacher mit einem
Punktevorsprung nach Suzuka (Japan). Mikas
Chancen waren gering, aber natürlich
gab sich der "Fliegende Finne" noch lange
nicht geschlagen: Häkkinen ging
hinter Michael von Startposition zwei ins
Rennen. Einen besseren Start als der
Deutsche erwischend, zog er an Schumacher
vorbei, führte lange Zeit das Rennen
an, ehe über der japanischen
Rennstrecke, auf der er sich ein Jahr
zuvor erfolgreich seinen zweiten Titel
sichern konnte, der Regen einsetzte.
Schumacher kam mit den mittlerweile
rutschigen Asphaltbedingungen optimaler
zurecht als der Finne und sicherte sich
frühzeitig vor dem Finale in Malaysia
seinen dritten WM-Gewinn; den ersten mit
Ferrari. Ein auf dem Podium
enttäuschter zweitplatzierter Mika
wurde jedoch von den japanischen Fans fair
bejubelt, die starke Enttäuschung war
dem Finnen jedoch anzusehen. Im letzten
Grand Prix der Saison in Sepang beging
Mika einen Frühstart, fuhr in
Führung, wurde daraufhin jedoch mit
einer 10-Sekunden-Strafe getadelt,
weswegen er am Ende lediglich Vierter
wurde. Insgesamt konnte Mika 2000 vier Mal
gewinnen: In Spanien, Österreich,
Ungarn und Belgien.
Infos
über den
MP4-15
Fotos
aus der Saison 2000
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